deutsche dichter de

Albrecht Medien, Aachen

 



Vorwort

Hallo lieber Literaturliebhaber,

seit Monaten versäume ich es, einen geeigneten Prolog für diese Seiten zu verfassen. Da ich auch in der nächsten Zeit wegen privaten und beruflichen Verpflichtungen nicht dazu kommen werde, veröffentliche ich übergangsweise hier die sehr interessant Definition des Wortes "Dichter", wie sie bei Wikipedia zu finden ist.

„Was ist ein Dichter? Ein unglücklicher Mensch, der tiefe Qualen in seinem Herzen birgt, dessen Lippen aber so geformt sind, dass, indem der Seufzer und der Schrei über sie ausströmen, sie klingen wie eine schöne Musik.“ (Kierkegaard).

Ein Dichter (von lat.: dictare diktieren ) ist der Verfasser eines sprachlichen Kunstwerkes. Im Deutschen taucht der Begriff tihtaere erstmals im um 1150 im Versepos König Rother auf. Auch Bezeichnungen wie Meister, Singer, Minnesänger oder -singer, Meistersinger oder Poet, sowie scaffo (Schöpfer) und liudâri (v. althochdeutsch für Lied) finden sich. Im Mittelalter findet vorwiegend der Begriff 'Poet' Verwendung, der mit der Wiedereinführung des Dichterbegriffs durch Gottsched im 18. Jahrhundert eine Abwertung erfährt. Sein allegorisches Attribut ist das geflügelte Pferd Pegasus.

Gegenwärtig werden eher Bezeichnungen wie Autor, Schriftsteller, Verfasser, Texter oder Stückeschreiber verwendet.

Der Dichter in der Geschichte

In allen alten Hochkulturen wird einigen Herrschern, Helden und Weisen zugeschrieben, dass sie dichteten (in der Bibel z. B. dem König David).

In der griechischen Antike steht am Anfang der Dichter-Mythos des thrazischen Sängers Orpheus, der mit seinem Gesang jedermann, sogar die Unterwelt bezwang. Eine wichtige Rolle für die Entstehung und Entwicklung der Dichtkunst und Mythologie spielten Sänger wie Homer, Hesiod oder Arion. Später finden sich Autoren in festen Staatsdiensten wie Solon, höfische Bedienstete wie Anakreon oder der poeta doctus Euripides, seltener Dichterinnen wie Sappho; ähnlich in Rom der freigelassene Sklave Terenz, der Bauernsohn Vergil, wo auch mit dem wohlhabenden Maecenas das Mäzenatentum entstand.

Im Mittelalter speiste sich Dichtung aus zwei Traditionen: 1. der mündlichen, ursprünglich heidnisch-aristokratischen Überlieferung der germanischen Skalden, der keltischen Barden, sowie der Jongleurs und Spielleute; 2. dem geistlich-gelehrten Klerus, der sich auf die schriftliche lateinische Kultur rückbezog (siehe Klosterliteratur).

Mit dem 12. Jahrhundert beginnt der provenzalischen Trobadors, der französischen Trouvères, der Spruchdichter und adeligen Minnesänger sowie der weltlich-höfischen Romanliteratur (Hartmann von Aue, Wolfram von Eschenbach, Gottfried von Straßburg). Die lateinischen Vagantendichter blieben meist anonym. Gleichsam als Handwerk verstanden die Meistersänger ihren Stand. Hofdichter waren bis ins 18. Jahrhundert bestallt.

Gotthold Ephraim Lessing wird als der erste freischaffende Dichter angesehen. Im 19. Jahrhundert bezeichnet Goethe den Dichter als „Lehrer, Wahrsager, Freund der Götter und Menschen“.

Im 20. Jahrhundert bildet sich das Bild vom Dichter als dem Intellektuellen heraus.

 

© 2002-2013 Jörg Albrecht

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