Christian Morgenstern
Abschied
Weißt, was mir träumte? Wir nahmen Abschied fürs Leben. Deine Arme umschlangen mich und deine Lippen brannten und bebten... Brannten und bebten Verheißung Einer Nacht, einer chaotischen Nacht... Irgendwo ... Irgendwann ... Vielleicht nicht einmal auf dieser Erde ... Auf einem Stern vielleicht, da Unschuld noch in innerster Freiheit nimmt und gibt wie es sie drängt.
Und ich zog dich enger an mich und küßte dich inniger. Dann endlich löstest du langsam die lieben Arme und schürztest dein Haar in den strengen Knoten zurück Ich legte den Mantel dir um die Schultern. Die Tür fiel zu. Und drunten im Schnee lief eine schmale Spur magdlicher Stapfen hinaus, weit, weit in die mondhelle, einsame Nacht.
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